Vielfältiges Neuseeland: ein Road-Trip über die Südinsel

Gletscher, Vulkane, heiße Quellen, kristallene Bergseen, honiggelbe Sandstrände und sattgrüner Wald mit plätschernden Wasserfällen – dies ist nur eine kleine Auswahl der Vielfalt, die Neuseeland zu bieten hat. Ausgestattet mit meinem Auto, einem Fahrrad und 6 Wochen Zeit kann die Entdeckungsfahrt durch das Land am anderen Ende der Welt beginnen.

Campen am Moke Lake

Langsam öffne ich die Augen. Beim Blick auf die Windschutzscheibe wird mir schnell klar, warum ich trotz 3 Decken heute Nacht gezittert habe: es hat gefroren! Raureif bedeckt das Gras und am Ufer des Moke Lake hat sich eine dünne Schicht Eis gebildet. Als ich die Autotür öffne, strömt mir der Duft von frischem Kaffee in die Nase – meine Nachbarn sind schon am Frühstücken. Ich geselle mich zu ihnen. Jane und Bruce sind aus Nelson und erkunden für ein paar Wochen mit ihrem umgebauten Auto die Südinsel. Keine Seltenheit unter Kiwis: die meisten Einheimischen, denen ich unterwegs begegne, haben mindestens schon einmal in ihrem Leben eine Entdeckungsreise über die beiden Inseln gemacht. Und haben dadurch auch immer prima Reisetipps für mich. Bevor Bruce und Jane sich auf ihre Fahrräder schwingen und ich meine Wanderschuhe schnüre, laden sie mich noch zu sich nach Nelson ein. Tatsächlich werde ich sie einige Wochen später in ihrem Bach (Kiwi-Ausdruck für Sommerhaus) besuchen, das sie nach und nach zu einem geräumigen Haus umgebaut haben.

Pause!

Milford Sound – die schönste Wanderung der Welt?

Bevor es soweit ist, stehen aber erstmal noch andere Abenteuer an. So habe ich spontan einen Platz für die Wanderung zum Milford Sound bekommen. Angeblich eine der schönsten Wanderungen der Welt, die man eigentlich schon mindestens 6 Monate im Voraus buchen muss.  Von Süden kommend reise ich mit Halt in Manapouri nach Te Anau und bekomme einen ersten Vorgeschmack von der grandiosen Landschaft, die ich in den nächsten Tagen zu Fuß erkunden werde. Sattgrüne Wiesen mit Schafen, schneebedeckte Berge vor strahlend blauem Himmel, kristallklare Seen und türkise Wasserfälle – ich bin begeistert!

Abendstimmung am Lake Manapouri

Die Wanderung selbst wird dann tatsächlich zu einem der Highlights meiner Reise. Das liegt nicht nur an der atemberaubenden Natur sondern auch daran, dass an 3 von 4 Tagen die Sonne vom Himmel strahlt (normalerweise regnet es in der Region an 2 von 3 Tagen!) und wir nach Erreichen der Etappenziele den Tag in den Liegestühlen auf der Terrasse ausklingen lassen können.

Mackinnon Pass, mit 1154m der höchste Punkt des Milford Tracks
Natur pur zwischen Neale Burn Hut und Mintaro Hut
Abendstimmung auf der Hütte

Goldgräberstimmung auf der Nevis Road

Viel Zeit verbringe ich während meines Aufenthalts auf den Straßen, die trotz beginnender Saison erstaunlich leer sind. An den Linksverkehr habe ich mich schnell gewöhnt und durchquere mit gemütlichen 100km/h die Landschaft – und die ist einfach so toll, dass es mir kein Mal hinterm Steuer langweilig wird. Hinter jeder Ecke wartet eine neue Aussicht, ein See, ein Wasserfall oder ein Hauch von Abenteuer wie auf der Nevis Road. Die höchstgelegene öffentliche Straße Neuseelands ist ein echter Geheimtipp und bietet von rund 1.300m Höhe am Duffers Saddle nicht nur herrliche Ausblicke auf den See Dunstan, den Mount Cook und die Southern Alps. Wer hier unterwegs ist, der spürt das Abenteuer und den Geist des neuseeländischen Outbacks, der diesen Ort umweht:  in den 1860er Jahren war das unwirtliche Stück Land Schauplatz für den Otago Goldrush. Hier oben, wo kaum ein Baum wächst und der Wind unaufhörlich tost, wurde gegraben, gesiebt, ein Vermögen gemacht oder alle Hoffnung zerstreut. Überreste aus dieser Zeit tauchen immer wieder am Wegesrand auf.

Goldgräberstimmung auf der Nevis Road

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lest auf Seite zwei mehr über das Leben auf den Campingplätzen, jahrtausendealte Traditionen und wahrgewordene Aussteigerträume.

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